Schule. Ausbildung. Universität.

Ein gutes Bildungssystem stellt das Leistungsprinzip in den Vordergrund und wird den unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten der Menschen gerecht. Ziel des Bildungssystems kann deshalb nicht die Ergebnisgleichheit sein, sondern die Chancengleichheit. Thüringen braucht eine starke Leistungselite. 

Wir bekennen uns deshalb zu einem mehrgliedrigen und durchlässigen Schulsystem mit hohen Leistungsstandards, bei dem die soziale Herkunft der Kinder keine Rolle spielt. Das Abitur verkommt immer mehr zum Massenabschluss; mittlerweile kann rund die Hälfte aller Schulabgänger studieren. Dies schadet dem Abitur: Ein Massenabschluss verliert an Aussagekraft. An unseren Schulen müssen wieder klassische Werte und Tugenden vermittelt werden. Dazu zählen Pünktlichkeit, Fleiß, Disziplin, Ehrlichkeit und soziale Anstandsnormen. Die nachweislich immer schlechtere Handschrift von Schülern sehen wir als Symptom des Kulturverfalls. An den Schulen muss wieder eine saubere Handschrift gelehrt und eingeübt werden. Auch die Lateinische Ausgangsschrift muss wieder auf die Thüringer Lehrpläne. Eine zunehmende Vereinfachung der Lehrinhalte ist auch eine Beleidigung der Intelligenz unserer Kinder. Schulen sollten ein Ort des Lernens und Lehrens und nicht die Stätte von politisch-ideologischen Experimenten wie Gender Mainstreaming sein. Verrückte Bildungsexperimente wie „Schreiben nach Gehör“ benachteiligen vor allem sozial schwache Kinder.

 

Die Beschulung unserer Kinder muss deswegen so erfolgen, dass Wissen in einer Art und Weise vermittelt wird, die es auch nicht-privilegierten Kindern ermöglicht, durch Bildung aufzusteigen. Zu einem vielfältigen und begabungsgerechten Schulsystem gehören die Förderschulen.

 

Der Inklusionswahn in unserem Land, bei dem Menschen mit Behinderung in Regelschulen „inkludiert“ werden, ist ein Irrweg. Menschen mit Behinderung benötigen professionelle Begleitung und Unterstützung. Dies können nur Förderschulen leisten, nicht überforderte Lehrer und Schüler an Regelschulen. Das bisherige deutsche Förderschulsystem genießt hohes internationales Ansehen und sollte nicht geschliffen werden. Thüringen braucht ein erstklassiges Ausbildungs- und Hochschulsystem. Das Studium sollte Menschen vorbehalten bleiben, welche die nötige Begabung und Befähigung für ein solches haben. Den zunehmenden Akademisierungswahn in unserer Gesellschaft sehen wir kritisch. Eine gute Lehre ist noch immer besser als ein zielloses Studium in überfüllten Hörsälen. Wir fordern deshalb, dass Auszubildende gestärkt werden, beispielsweise durch die Ausweitung von Studententickets auch auf Azubis oder der Auszahlung von Prämien für Meisteranwärter (ähnlich wie Stipendien für Studenten). Gleichzeitig darf der Staat Schülern mit schlechtem Abschluss keinen Studienplatz frei Haus liefern. Studienfächer, die von großer Bedeutung für die Entwicklung unseres Landes sind (vor allem naturwissenschaftliche und technische Fächer), aber wenig nachgefragt oder oft abgebrochen werden, müssen selbstverständlich mit staatlichen Mitteln gefördert werden. Studienplätze in Massenfächern sollten hingegen kontingentiert werden. Hierbei würden die besten Bewerber einen kostenlosen Studienplatz aus dem Kontingent erhalten, während schlechtere Abiturienten sich an den Kosten eines solchen Studiums finanziell beteiligen sollten. In diesem Zusammenhang fordern wir auch die Abschaffung des desaströsen Bachelor-Master-Systems. Pseudowissenschaften wie beispielsweise den „Gender Studies“ sind sämtliche staatlichen Mittel zu entziehen. Thüringen und Deutschland müssen zu dem Diplom- und Magistersystem zurück, das einst weltweit Vorbild war.

 

Eltern nehmen auch bei der Bildung ihrer Kinder eine wichtige Rolle wahr. Wir sind der Auffassung, dass es Eltern möglich sein sollte, ihre Kinder auch zuhause zu erziehen („Homeschooling“). Jedoch muss sichergestellt sein, dass einheitliche Leistungsstandards eingehalten und staatlich abgeprüft werden. Das Entstehen von Parallelgesellschaften (beispielsweise durch religiös-fundamentalistische Eltern) muss ebenfalls vermieden werden. Deshalb darf es auf Homeschooling kein bedingungsloses Anrecht geben, jedoch die Möglichkeit, eine Erlaubnis für Hausunterricht bei der Schulbehörde zu beantragen.